Ansprechpartner

Guido Zernack

Pastoralreferent

Tel:

0228-96 21 85 09
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Hintergrund

 

Seit einiger Zeit kommen vermehrt syrische Flüchtlinge in unser Land. Menschen, die im Krieg alles verloren haben. Die Bundesrepublik Deutschland hat 10.000 syrischen Flüchtlingen die Einreise ermöglicht. Die Kommunen sind verpflichtet, die Unterbringung und den Unterhalt dieser sogenannten „kontingentierten“ Flüchtlinge zu gewährleisten. Das gilt aber nicht für alle Flüchtlinge!

Das Land NRW ermöglicht über diese sogenannten „kontingentierten“ Flüchtlinge hinaus weiteren Flüchtlingen aus Syrien nach Deutschland einzureisen, wenn sie Angehörige in Deutschland haben. Diese Flüchtlinge erhalten keine Versorgungsleistungen vom Staat. Sie sind lediglich krankenversichert, erhalten einen Sprachkurs und die schulpflichtigen Kinder dürfen eine Schule besuchen. Für alle weiteren Kosten wie Miete, Verpflegung und Unterhalt wie Kleidung u. a. müssen die in Deutschland lebenden Angehörigen selber aufkommen.

In unserem Pfarrgebiet wohnt ein syrisch-stämmiger Mann – Herr Ahmad Kiwan - mit seiner Frau Kathleen. Er wohnt seit 13 Jahren in Deutschland und ist im Besitz der deutschen Staatsbürgerschaft. Er und seine deutsche Frau haben für einen Großteil seiner Familie aus dem Kriegsgebiet die Einreisegenehmigung nach Deutschland erhalten. Dafür musste Herr Kiwan für jeden Flüchtling eine Bürgschaft über den Unterhalt beibringen, damit die Bürgen im Zweifelsfall für den Unterhalt zur Verantwortung gezogen werden können.

Insgesamt haben 27 Angehörige von Herrn Kiwan eine Erlaubnis zur Einreise nach Deutschland erhalten. Es sind seine Eltern sowie fünf Geschwister mit Familien, darunter 15 Kinder zwischen 1 und 17 Jahren. Sie können sich vorstellen, dass er und seine Frau dringend auf Unterstützung angewiesen sind.

Die syrischen Flüchtlinge haben alles verloren und sind vom Krieg gekennzeichnet. Wir, das Netzwerk Syrienhilfe, wollen ihnen helfen!

 

Hilferuf Herr Kiwan

 

Am 11.11.2013 erhielten meine Frau und ich die erfreuliche Email, dass 27 von denen von uns 34 gemeldeten Familienmitgliedern eine Referenznummer in diesem Verfahren bekommen haben, was bedeutet, dass wir bei der Ausländerbehörde Bonn ein Visum beantragen dürfen. Das hat uns in dieser schwierigen Situation, in der sich unsere Familie derzeit befindet natürlich sehr gefreut.
Zur Durchsetzung des Verfahrens war es notwendig bei der Ausländerbehörde Bonn eine Verpflichtungserklärung über Unterhalt, Miete und Mietraum sowie sonstige Lebenserhaltungskosten abzugeben.

 

Der Großteil meiner Familie ist in das Nachbarland Jordanien geflüchtet und lebt in einer Wohnung mit derzeit mehr als 30 Personen zusammen. Meine beiden Schwestern mit ihrem Mann und Kindern befinden sich derzeit noch in Syrien. Eine Schwester hat für ihre Familie bereits letzte Woche einen Termin zur Abholung des Visums beim Auswärtigen Amt in Amman erhalten. Den Termin konnten sie bisher nicht wahrnehmen, da die kritischen Umstände in Syrien es bisher nicht zuließen zu fliehen, ohne das eigene Leben in Gefahr zu bringen. Wir hoffen jeden Tag auf eine positive Nachricht. Derzeit versuchen wir einen neuen Termin für die Familie zu verhandeln.

 

Meine Familie hat alles an Hab und Gut, was sie besaßen verloren. Alles was meine Frau und ich in der Vergangenheit tun konnten ist, für das Notwendigste zur Erhaltung des Lebens in Jordanien aufzukommen. Wir schenken den Menschen Hoffnung und Liebe jeden Tag und wir hoffen auf eine neue Chance für alle. Die Vorstellung alles hinter sich zu lassen und in Deutschland die Chance auf einen Neuanfang zu bekommen macht Mut.

 

Bisher haben wir für unsere Familie für 27 Personen die Zusage von der Ausländerbehörde in Bonn erhalten, eine Vorabzustimmung für ein Visum zu bekommen.

Unterstützung bekommen wir von Nordrhein-Westfalen hinsichtlich der Übernahme einer Krankenversicherung für die Personen. Zudem besteht die Möglichkeit einer Teilnahme am Integrationskurs und die älteren Kinder können in die Schule gehen.
Meine Familie besteht aus 27 Personen, die in diesem Verfahren aufgenommen werden können: Vater und Mutter, 1 Schwester mit Ehemann und 2 Kindern (5 und 2 Jahre), eine Schwester mit Ehemann und drei Kindern (17, 16 und 15 Jahre), ein Bruder mit Ehefrau und 2 Kindern (2 und 1 Jahr), ein Bruder mit Ehefrau und drei Kindern (5, 3 und 2 Jahre), ein Bruder mit Ehefrau und 5 Kindern (9, 7, 6, 5 und 3 Jahre).

 

Leider können wir, obwohl wir die Verpflichtungserklärung abgegeben haben, den Unterhalt für unsere Familie zur Sicherung des Lebensunterhaltes nicht allein aufbringen. Es ist für uns das größte Geschenk, unsere Familie größtenteils außer Lebensgefahr zu wissen. Wir benötigen dringend Unterstützung jeder Art hier in Bonn vor Ort, vor allem hinsichtlich:

 

- der Flugkosten
- Wohnraum (Es ist schwer möglich eine Wohnung für Flüchtlinge zu mieten)
- Möbel für die Unterkünfte
- Kleidung
- vor allem zur Selbsthilfe Jobs (Beinahe alle Erwachsenen verfügen über einen Hochschulabschluss)
- Beratung bei Behördengängen und der Integration der Menschen vor Ort

 

Ahmad Kiwan