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Kirche erklärt:Aschermittwoch, Fastenzeit, Ostern – und was das alles mit Karneval zu tun hat

Die Jecken sind von den Straßen verschwunden, die „Alaaf-Rufe“verstummt: Karneval 2026 ist vorbei. Ab heute, Aschermittwoch, geht es mit großen Schritten auf Ostern zu.
Datum:
18. Feb. 2026
Von:
Carina Bauer

Der Aschermittwoch markiert in der christlichen Tradition den Beginn der Fastenzeit, einer 40-tägigen Phase der Besinnung und inneren Erneuerung, die bis Ostern reicht, dem Fest der Auferstehung Jesu. Das zentrale Ritual am Aschermittwoch ist das Auftragen des Aschenkreuzes auf die Stirn der Gläubigen. Mit Asche wird ein Kreuz gezeichnet, das die Vergänglichkeit des Lebens symbolisiert und zur Buße und Demut aufruft. Doch woher kommt die Asche, die für dieses Ritual verwendet wird? Die Antwort liegt in einer schönen Tradition: Die Asche wird aus den Palmzweigen des vorherigen Palmsonntags hergestellt. Dieser Tag feiert den triumphalen Einzug Jesu in Jerusalem und wird traditionell mit gesegneten Palmzweigen gestaltet.  Nach einem Jahr werden diese verbrannt, um die Asche für den Aschermittwoch zu erhalten. Die Palmzweige, die einst für Leben und Hoffnung standen, werden zu Asche, die an die Endlichkeit des menschlichen Lebens erinnert. Nachdem das Feuer erloschen und die Asche abgekühlt ist, wird sie gesiebt, um eine noch feinere Konsistenz zu erhalten, und in Schalen zur späteren Verwendung aufbewahrt.

Das Aschenkreuz am Aschermittwoch steht also nicht nur für Buße und Demut, sondern auch für die Hoffnung auf Erneuerung und das ewige Leben. Es soll die Gläubigen daran erinnern, innezuhalten, über das eigene Leben nachzudenken und sich auf den Weg der inneren Umkehr zu begeben – ein Weg, der in der Feier der Auferstehung Jesu an Ostern seinen Höhepunkt findet.

Wo hat dieser Tag seinen Ursprung und was hat das alles mit Karneval zu tun? Wir erklären den Ursprung und die Bedeutung der Fastenzeit

Die Fastenzeit hat in der katholischen Kirche eine lange Tradition. Ursprünglich fiel der erste Fastentag auf den 6. Sonntag vor Ostern. Papst Gregor der Große (590-604) verlegte den Beginn auf den davorliegenden Mittwoch, um die Sonntage als „Tag des Herrn“ von der Fastenzeit auszunehmen. Diesen Mittwoch nennen wir heute "Aschermittwoch". So beläuft sich die Zeit exakt auf 40 Tage. 

Die 40 Tage erinnern an den Zeitraum, in dem Jesus in der Wüste gefastet haben soll (vgl. Mt 4,1-11). In der österlichen Bußzeit bereiten sich die Gläubigen durch Besinnung auf den Glauben, Sühne und Reduzierung auf das Wesentliche auf das kommende Osterfest, das höchste Fest im Kirchenjahr, vor. Die innere Einkehr und die Fokussierung, wie Jesus zu fasten stehen bei Katholiken besonders im Vordergrund.

Was hat Aschermittwoch mit Karneval zu tun?

In einem berühmten Karnevalslied heißt es: „Am Aschermittwoch ist alles vorbei“ und das närrische Treiben geht zu Ende. Das Ende des Straßenkarnevals markiert gleichzeitig den Beginn der christlichen Fastenzeit.

Der Ursprung des Karnevals liegt in der nahenden Fastenzeit: Die Menschen wollen – besonders im Rheinland – vor dem Beginn der Fastenzeit nochmal richtig das Leben genießen. Auch das Wort "Karneval" gibt einen guten Hinweis auf den Kern der Karnevalstage. Es kommt wahrscheinlich aus dem Lateinischen und bedeutet "Carne vale", also "Fleisch - lebe wohl". 

Alle kirchlichen Feste zwischen Aschermittwoch und Fron­leichnam hängen vom Ostertermin ab. Der Oster­sonntag ist der erste Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling.Der Aschermittwoch ist der Beginn der österlichen Bußzeit (Fastenzeit), die 40 Tage dauert. Da die Sonntage nicht zur Fasten­zeit gehören, ist der Ascher­mittwoch genau 46 Tage vor dem Ostersonntag. Der frühest­mögliche Termin ist der 4. Februar, der spätest­mögliche ist der 10. März. In diesem Jahr fällt Ascher­mittwoch auf den 18. Februar, im nächsten Jahr (2027) auf den 10. Februar.

Fisch essen und auf Fleisch verzichten: Fast- und Abstinenztag

Auf was verzichtet man nun in der Fastenzeit? An Ascher­mittwoch und an Kar­freitag, zum Beginn und zum Ende der Fastenzeit, gibt es tradi­tionell „Fischessen“ und man ver­zichtet auf Fleisch. Diese beiden Tage gelten als strenge Fast- und Abstinenztage. Sie heben sich deut­lich von den übrigen 40-tägigen Fasten­zeit ab. An ihnen bekundet die Kirche vor der ganzen Welt und in einheit­licher Weise ihre Verbunden­heit mit dem leidenden Herrn. Traditionell treffen sich an Ascher­mitt­woch viele Karnevals­jecken zum Fischessen. Dies ist darauf zurück­zuführen, dass Fisch – besonders Hering – früher ein „Arme-Leute-Essen“ und im Gegen­satz zu anderen Speisen sehr günstig war.

Neben dem Verzicht auf Fleisch gibt es ganz unterschiedliche Möglichkeiten, zu fasten. Die wohl beliebteste Variante ist der Verzicht auf Genuss­mittel wie Kaffee, Alkohol, Süßig­keiten oder Zigaretten. In der jüngeren Vergangen­heit kam es in Mode, elek­tronischen Geräten wie dem Fernseher oder dem Smartphone zu entsagen.

Vor dem Hintergrund der Klima­debatte liegen aktuell Themen wie „Autofasten“ oder „Plastik­fasten“ im Trend. Auch aus christ­licher Perspek­tive können das gute Fasten­ziele sein, wenn das eigent­liche Ziel des Fastens dabei nicht aus dem Blick gerät: die innere Vorbereitung auf das Osterfest.

 

Weitere Informationen zu den Gottesdiensten, Veranstaltungen und Konzerten unserer Pastoralen Einheit in der Fastenzeit finden sie unter https://www.thomas-morus-bonn.de/start/ und https://www.katholisch-in-duisdorf.de/start/ .