Beichte / Versöhnung
Beichte / Versöhnung

Feier der Versöhnung

Deine Sünden sind dir vergeben

(Evangelium nach Lukas 7,48)

Kein Mensch ist vollkommen.

Das sagt sich leicht.

Aber wenn es gilt, auf die eigenen schlechten Seiten zu schauen, auf die Denk- und Handlungsweisen, durch die ich mir und anderen Schaden zufüge, dann ist dies alles andere als leicht.

Gott ist die Liebe. Die Liebe will dem anderen Gutes. Wenn ich nicht das Gute tue, dann stehe ich als Christ im Widerspruch zu dem zentralen Gebot Jesu, dass zum gelingenden Leben führt: Du sollst Gott und den Nächsten lieben, wie dich selbst.

Wir Menschen haben unsere dunklen Seiten, die wir lieber verborgen halten.

Der Gott, von dem die Bibel im Alten und im Neuen Testament erzählt, ist ein Gott, der den Menschen in seinem Tun ernst nimmt, der nichts verharmlost.

Aber immer wieder wird erzählt, dass dieser Gott barmherzig ist, dass er nicht auf die Fehler der Vergangenheit festnagelt, sondern Neuanfänge ermöglicht.

Dieser Gott steht zum Menschen und seiner Schuld. Er läßt ihn nicht fallen. Dieser Gott sagt weiterhin JA zum Menschen, damit dieser zu sich JA sagen und zu seinem Tun verantwortungsvoll stehen kann.

Es gibt nach katholischem Verständnis verschiedene Formen der Sündenvergebung: Entschuldigen, Wiedergutmachen, persönliches Gebet, Werke der Nächstenliebe, gemeinsames Bitten um Vergebung, den Bußakt in der Messe, die Feier der Eucharistie.

Aber an einigen Stellen des Neuen Testamentes wird erzählt, dass Jesus mit göttlicher Vollmacht Menschen die Sünden vergeben hat.

Die Feier der Versöhnung - die Beichte - knüpft daran an.

Das Gespräch kann helfen, die eigene Wirklichkeit besser zu sehen. Aber es tut gut, dann auch das Wort der Vergebung zugesprochen zu bekommen.

In der Pfarrei gibt es die Möglichkeit zur Beichte in der Kirche St. Rochus (vor der Vorabendmesse am Samstagabend).

Sie können mit den Priestern aber auch einen individuellen Termin für ein Beichtgespräch vereinbaren.

Im Advent und in der Fastenzeit feiern wir in unserer Pfarrei ferner einen Bußgottesdienst, der zum kritischen Blick auf das eigene Leben und zur Umkehr einlädt. Jeweils im Anschluss an den Bußgottesdienst besteht die Möglichkeit zum Beichtgespräch.

Mehr zum Sakrament der Versöhnung finden Sie unter www.katholisch.de

Häufige Fragen - Beichte/Versöhnung

Jesus liegt die Versöhnung der Menschen am Herzen. Der Mensch darf trotz Schuld und Versagen sich ihm anvertrauen im Wissen, dass Gott ihm verzeiht. Im Auftrag Jesu bietet die Kirche diese Versöhnungsbereitschaft im Sakrament der Buße oder besser Sakrament der Versöhnung an. Wer ehrlichen Herzens seine Schuld vor einem Priester bekennt und sich fest vornimmt, sich zu bessern beziehungsweise die Verfehlung wieder gut zu machen, wird in der Beichte vom Priester von seinen Sünden losgesprochen. Dabei spricht der Priester das göttliche Wort der Vergebung zu.

Die Feier der Versöhnung findet im Beichtstuhl oder heute auch häufig in einem Zimmer statt. In einem offenen Gespräch bekennt der Beichtende seine Schuld. Er erhält vom Priester in Stellvertretung Gottes die Zusage, dass seine Schuld vergeben ist. Sichtbares Zeichen dafür ist am Ende der Lossprechung das Kreuzzeichen. Für viele Menschen ist es auch wohltuend, wenn ihnen der Priester bei der Lossprechung die Hände auflegt.

Das Bußsakrament läuft im Wesentlichen immer in der folgenden Form ab:

  • Begrüßung
  • Sündenbekenntnis
  • Zuspruch des Priesters
  • Lossprechung
  • Lobpreis Gottes und Entlassung

Die Kirche stellt das Beichtgespräch unter höchsten Schutz und verpflichtet den Priester zur absoluten Geheimhaltung. Dieses sog. Beichtgeheimnis wird auch vom Staat respektiert, was sich auch darin äußert, dass die Priester vor Gericht nicht gezwungen werden, den Inhalt einer Beichte preiszugeben.

Die Bußandacht oder der Bußgottesdienst ist eine Wortgottesfeier in der Gemeinde, die den besonderen Akzent auf das Nachdenken über die eigenen Verfehlungen (Gewissenserforschung) legt und wo die versammelte Gemeinde Gott um Lossprechung von Fehler und Versagen bittet. Durch solche Bußgottesdienste wird der kirchliche, das heißt gemeinschaftliche Charakter der Versöhnung betont. Der Bußgottesdienst ergänzt die Einzelbeichte und gewährt den Mitfeiernden Befreiung von leichten Sünden. Schwere Verfehlungen bedürfen aber der persönlichen Beichte. Nur sie hat sakramentalen Charakter.