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Fest der Auferstehung:Ostern 2026 im Bonner Nordwesten

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Datum:
7. Apr. 2026
Von:
Carina Bauer

„Dies ist die Nacht“, die alles ändert. Davon erzählt das Exsultet, das Osterlob, auf die Osterkerze. Nicht eine Nacht von vielen, sondern jene, in der das Licht der Auferstehung die Dunkelheit durchbricht. Das feierten hunderte Gläubige in den vier Osternächten der Pastoralen Einheit Bonn Nordwest in den Gemeinden St. Rochus und Augustinus sowie St. Thomas Morus.

Am Abend des Karsamstags versammelten sich Gläubige mit Pfarrer Markus Höyng und Diakon Günther Riße an der Kirche St. Antonius in Dransdorf rund um das Osterfeuer, das auch in diesem Jahr wieder von der Feuerwehr Dransdorf aufgebaut und begleitet wurde – ein herzlicher Dank gilt den Einsatzkräften für diesen Dienst an der Gemeinde. Unterstützt wurde die Liturgie von 18 Ministrant*innen aus der Nachbarkirche 
St. Laurentius, deren präziser und lebendiger Dienst deutlich machte, dass hier mehrere Gemeinden gemeinsam das Osterfest feiern.

Nachdem die neue Osterkerze am Feuer entzündet wurde, zog die Gemeinde in die noch dunkle Antonius-Kirche ein. Dreimal erklang das „Lumen Christi“, bevor das Licht der Osterkerze in die Runde strahlte und das Gotteshaus mit österlichem Glanz erfüllte. Musikalisch wurde die Feier vom Familienchor St. Antonius gestaltet, der die Gemeinde durch die Nacht trug – vom stillen Hören der Lesungen bis hin zur jubelnden Osterfreude. Diese kam zum Ausdruck, als die Gemeinde „mit aller Glut des Herzens“ und „mit jubelnder Stimme“ unter Glockenklang und mit allen Registern der Orgel das Gloria anstimmte. 

Damit spannte sich der Bogen des österlichen Triduums, das am Gründonnerstag in der Thomas Morus-Kirche begonnen hatte und am Karfreitag in St. Laurentius das Gedenken an Leiden und Tod Jesu in den Mittelpunkt stellte. Auf diese Spannung von Kreuz und Auferstehung gingen Pfarrer Markus Höyng und Theologe Daniel Wowra in ihren Ansprachen ein: Ostern nimmt den Ernst von Leid und Tod nicht zurück, sondern hält die beiden Pole – Tod und Leben – in einer zerreißenden, aber hoffnungsvollen Spannung zusammen. Dazu nahmen sie die Werke des Künstlers Hermann Gottfried in den Blick, der für die Dransdorfer Kirche 1986 den Bilderfries geschaffen hatte. Ausgestellt war außerdem ein erster Entwurf, dessen blasse Figur Christi und das Violett als Farbe der Fastenzeit dem damaligen Kirchenvorstand „zu leichenblass“ erschienen.

Daniel Wowra knüpfte an dieses Bild an. Für ihn zeigt die Auferstehung nicht zuerst eine heile Welt, in der alles Leid „weggewischt“ wäre, sondern die Zerrissenheit unseres menschlichen Daseins: Hoffnung und Verzweiflung, Tod und Leben, Furcht und Freude liegen nahe beieinander. Gerade deshalb sei die Auferstehung keine billige Vertröstung, sondern die Zusage, dass Leid, Krieg, Not und Tod nicht das letzte Wort haben – und dass Gott mitten in dieser Spannung gegenwärtig bleibt. So stehen Auferstehungsbild und Osterliturgie in Dransdorf einander gegenüber: Das Bild hält die Spannung aus, die Liturgie singt schon das Halleluja, und beides zusammen erzählt von einem Glauben, der realistisch ist und doch nicht die Hoffnung verliert.

Nach der Feier lud der Gemeindeausschuss zur österlichen Agape ein. Dort wurden frisch gebackene und mit österlichen Symbolen verzierte Osterbrote gereicht und bunt gestaltete Eier, die der Familienchor und die Kita St. Antonius beigesteuert hatten. Bei Brot, Eiern und Gesprächen klang die Osternacht aus – als Nacht des Lichts, der Gemeinschaft und des Glaubens, der auch in dunklen Zeiten nicht verstummt.

Der 1986 geschaffene Fries umfasst neun Bildtafeln, von denen sich je drei auf der rechten und linken Seite wenden lassen; so kann der jeweils aktuelle Stand des Kirchenjahres sichtbar gemacht werden, während das zentrale Auferstehungsbild dauerhaft den Mittelpunkt bildet.

Das jetzt im Chorraum sichtbare Auferstehungsbild zeigt den Auferstandenen in Weiß vor einem kraftvollen Farbspiel aus Gold, Rot und weiteren Tönen: Christus löst sich vom dunklen Kreuz im Hintergrund, sein Fuß berührt die Öffnung des Grabes, die erhobenen Arme sind Zeichen des Sieges und zugleich Einladung an die Gemeinde. Aus dem angedeuteten Kreuz und der goldenen Scheibe hinter seinem Haupt schlagen wie Flammen rote, goldene und weiße Zungen – ein Bild für die Gegenwart des dreifaltigen Gottes, der Erlösung und Vollendung der Welt wirkt.

Spiritus rector des Projekts war der damalige Pfarrer Ulrich Weger, der den Künstler für die Gemeinde gewann und den ersten Entwurf später von der Gemeinde zum Abschied geschenkt bekam, als er Dransdorf verließ und Dechant in Kessenich wurde. Als er schließlich ins Altenheim zog und sich räumlich verkleinern musste, gab er das Bild an St. Antonius zurück – mit den Worten: „Denn dort gehört es hin.“

Impressionen der Osternacht in Dransdorf 2026

13 Bilder